ND-Filter Test: Lee Big Stopper / Formatt Hitech ProStop IRND / Haida

Lee Big Stopper, Haida, Formatt Hitech ND Filter TestNeutraldichtefilter (ND-Filter oder auch Graufilter genannt) sind in der Landschaftsfotografie ein unverzichtbares Werkzeug zur Erzielung besonderer Bildeffekte. Durch den Einsatz kann die Belichtungszeit deutlich verlängert werden und bewegte Bildinhalte werden verwaschen dargestellt. Mit ND Filtern lässt sich bewegtes Wasser weichzeichnen, vorbeiziehende Wolken können verschwommen dargestellt werden und durch entsprechend lange Belichtungszeiten können sogar herumlaufende Personen aus dem Motiv entfernt werden.

Idealerweise sollte ein ND Filter neutralgrau eingefärbt sein, so dass die Farbwiedergabe nicht verändert wird. In der Praxis verändern besonders starke ND Filter jedoch das Lichtspektrum und es kommt zu Farbverschiebungen. Diese lassen sich meist über eine manuelle Anpassung des Weißabgleichs korrigieren. Je nach verwendetem Filter ist die Beeinflussung des Spektrums jedoch so stark, dass zur Korrektur aufwändig in die Farbbalance der Aufnahmen eingegriffen werden muss und selbst dann keine 100%ig neutrale Farbwiedergabe erzielt werden kann.

Der in der Landschaftsfotografie am häufigsten verwendete 100x100mm ND-Filter ist der Lee Big Stopper, der mit einem Verlängerungsfaktor von 1000x (ND 3.0) eine Lichtreduktion von 10 Blendenstufen liefert. Die Firma Formatt Hitech bietet mit Ihrer neu aufgelegten ProStop IRND Serie diverse ND-Filter in der Stärke von ND 0.3 bis ND 3.0 und seit einiger Zeit sind auch von der Firma Haida 100x100mm ND Filter in den Stärken ND 1.8 sowie ND 3.0 erhältlich.

Von den genannten Filtern sind die Stärken ND 1.8 und ND 3.0 (6 und 10 Blenden) meiner Meinung nach für die Landschaftsfotografie am interessantesten und ich habe die neu erhältlichen Haida Filter zum Anlass genommen, die optische Qualität mit den am Markt etablierten Filtern von Lee und Formatt Hitech zu vergleichen.

Vergleich der ND 3.0 (10 Blenden) Filter

In diesem Test habe ich folgende Filter miteinander verglichen:

  • Lee Big Stopper
  • Haida ND3.0 Optical Glass Neutral Density Filter

Zum Vergleich der beiden Filter habe ich zunächst eine Aufnahme mit festem Weißabgleich (direktes Sonnenlicht, 5050K / +8) ohne Filter angefertigt. Eine im unteren Bildrand positionierte Graukarte sollte hierbei als Referenzpunkt für den späteren manuellen Weißabgleich dienen.

ND 3.0 Filter vor WB Korrektur

Danach wurde der Weißabgleich in Adobe Camera Raw mit der Weißabgleichspipette über die Graukarte ermittelt. Im Bild sind die hierbei gefundenen Werte für die Farbtemperatur und den Farbton  angegeben.

ND 3.0 Filter nach WB Korrektur

Fazit des ND 3.0 Vergleichs:

Der Lee Big Stopper führt zu einem sehr starken Blaustich in den Bildern. Der Haida hingegen macht genau das Gegenteil. Hier findet eine leichte Verschiebung zu einem wärmeren Farbton statt. Nach der Korrektur des Weißabgleichs über die Graukarte lässt sich gut erkennen, dass die Farbtemperatur im Bild des Big Stoppers stark erhöht werden muss, wohingegen beim Haida nur eine geringfügige Absenkung der Farbtemberatur notwendig ist. Beide Filter erlauben nach Korrektur des Weißabgleichs über die Graukarte sehr neutral wirkende Bilder, wobei mir der Gesamteindruck des Fotos mit dem Haida besser gefällt.

In der Praxis würde man die Bilder sicher mit einer höheren Farbtemperatur entwickeln und da der Bildeindruck nach der Korrektur sehr individuell beurteilt wird, stelle ich die entsprechenden RAW Dateien unter dem nachfolgenden Link gerne zum Download bereit. (ca. 140 MB)

Vergleich der ND 1.8 (6 Blenden) Filter

In diesem Test habe ich folgende Filter miteinander verglichen:

  • Formatt Hitech ProStop IRND Resin
  • Haida ND1.8 Optical Glass Neutral Density Filter

Der Test erfolge analog den vorherigen Bedingungen.

ND 1.8 Filter vor WB Korrektur

Danach wurde der Weißabgleich in Adobe Camera Raw mit der Weißabgleichspipette über die Graukarte ermittelt. Im Bild sind die hierbei gefundenen Werte für die Farbtemberatur und den Farbton  angegeben.

ND 1.8 Filter vor WB Korrektur

Fazit des ND 1.8 Vergleichs:

Der Formatt Hitech ProStop IRND Resin führt zu einem sehr starken Farbstich nach Blau/Grün. Der Haida verschiebt die Farben in die gleiche Richtung, allerdings fällt die Farbverschiebung des Haida deutlich geringer aus. Nach der Korrektur des Weißabgleichs über die Graukarte lässt sich gut erkennen, dass das mit dem Haida aufgenommene Foto sehr neutral ist. In den Grüntönen wirken die Farben etwas wärmer als in dem Foto ohne Filter. Der Gesamteindruck passt aber sehr gut.

Der Formatt Hitech ProStop IRND Resin hinterlässt auch nach der Korrektur des Weißabgleichs noch einen ganz deutlichen Farbstich im Foto. Insbesondere der Grünkanal weißt eine erhebliche Verschiebung nach Rot/Braun auf. Dieser Farbfehler lässt sich kaum korrigieren. Hier sind erhebliche und aufwändige Anpassungen in der Teiltonung bzw. den einzelnen Farbkanälen notwendig.

Die gezeigten Bilder stehen als RAW unter nachfolgenden Link zum Download bereit. (ca. 140 MB)

Haida – der neue „Star“ unter den ND-Filtern?

Meinen Erfahrungen nach kann ich diese Frage mit einem ganz klaren JA! beantworten. Von der optischen Qualität der Haida Glasfilter war ich zunächst sehr überrascht. Mittlerweile bin ich von der Qualität überzeugt. Bei den ND 3.0 Filtern mit 10 Blendenstufen bietet Haida eine wirkliche Alternative zum permanent ausverkauften und überteuerten Lee Big Stopper. Der Farbeindruck der Bilder mit dem Haida gefällt mir besser und der Haida lässt keinen Blaustich in den Bildern zurück. Hier kann der Lee Big Stopper zur „Blauen Stunde“ schon mal Probleme bereiten. Fotografiert man im Modus „Auto WB“, so liefert der Haida im Vergleich zum Lee Big Stopper schon am Kameradisplay ein Bild, das den tatsächlichen Farben recht nahe kommt. Die nachträgliche Korrektur des Weißabgleichs im RAW fällt nur sehr gering aus.

Bei den ND 1.8 Filtern mit 6 Blendenstufen gab es bisher nur den Formatt Hitech ProStop IRND käuflich zu erwerben. Dieser Filter wird in Kunststoff und in Glas angeboten. Die von mir getestete Variante war der Kunststofffilter. Laut eigenen Angaben des Herstellers soll optisch zwischen der nahezu doppelt so teuren Glasversion und der Kunststoffvariante kein Unterschied bestehen. Ich kann von diesem Filter aufgrund des extremen Farbstichs nur abraten. Auch hier punktet der Haida ND 1.8 auf voller Linie und liefert nach geringfügiger Korrektur des Weißabgleichs hervorragend farbneutrale Bilder.

Mittlerweile soll auch ein ND 1.8 Filter von Lee erschienen sein, der unter dem Namen „Lee Little Stopper“ verkauft wird. Ich bin gespannt, wann der Filter irgendwo käuflich zu erwerben sein wird… und aufgrund der Qualität und des attraktiven Preises des Haida sehe ich keine Notwendigkeit, den Lee Little Stopper überhaupt zu testen.

Zuletzt noch ein Hinweis zu den Haida Filtern:

Der Haida ND 1.8 ist aus Glas gefertigt, kommt wie auf dem Foto abgebildet in einer Kunststoffdose, in die auch 100x150mm Filter hineinpassen, und ist darin in einem großen Filterputztuch eingeschlagen. Der ND 1.8 wird ohne Schaumstoffrand verkauft. Der Haida ND 3.0 ist ebenso aus Glas gefertigt und wird in der gleichen Verpackung wie der ND 1.8 verschickt. Er hat auch keinen Schaumstoffrand aufgeklebt. Allerdings befinden sich in der Verpackung des ND 3.0 zwei Schaumstoffränder zum selber aufkleben.

Beide Filter passen in den Lee Foundation Kit Filterhalter.

Daneben gibt es diese Filter auch in 150 x 150mm für den Lee SW 150 Filterhalter

78 Comments on “ND-Filter Test: Lee Big Stopper / Formatt Hitech ProStop IRND / Haida

  1. Hallo Achim. ein sehr interessanter Test, ich habe gerade den Big Stopper erworben, den Hitech verkaufe ich wieder. Nun muss ich mir mal um den Haida mal ein paar Gedanken machen, vielen Dank für Deine Ausführung, gefällt mir sehr! Beste Grüße Markus

  2. Hallo,

    Ich habe die runden Haida ND Filter bisher ausprobiert. Auch diese sind im Preis kaum zu schlagen (0.9, 1.8, 3.0 zusammen um 100€).
    Von der Farbneutralität verhält es sich ähnlich wie bei den rechteckigen, ein Farbstich ist da, aber lässt sich korrigieren (Vorallem da er ja im ganzen Bild ist).
    Ich hatte aber bisher das Problem, sobald die Sonne schräg auf den Filter fällt gibt es unschöne Flecken. Das scheint bei den rechteckigen nicht der Fall zu sein wenn die Sonne bei den Beispielen nicht abgeschattet wurde.

    • Hallo Alexander,

      mir sind bisher noch keine Probleme mit Flecken durch seitlich auftreffendes Sonnenlicht aufgefallen.
      Das kann aber auch daran liegen, dass ich selten bei direktem Sonnenlicht mit den Filtern fotografiere.
      In den Beispielbildern kam die Sonne schräg von hinten und fiel nicht direkt auf den Filter.

      Viele Grüße
      Achim

  3. Hallo Achim,
    sehr interessanter Test.
    Ist Dir aber aufgefallen, dass bei dem Vergleich der Belichtungszeiten diese nicht den genauen 10 bzw. 6 Blendstufen entsprechen?
    Mir ist es aufgefallen dass nicht die verspochenen 6 Blendstufen sondern irgendwas um die 7 1/3 hat.
    LG
    Raik

    • Hallo Raik,

      mein Filter macht 6,5 Blenden. Du müsst ein bisschen aufpassen wie Du bei der Ermittlung des Verlängerungsfaktors vorgehst. Jeder ND Filter führt zu einer verstärkten Vignettierung. Wenn Du nur ausschließlich auf das Histogramm schaust, dann kann diese erhöhte Vignettierung zu einem scheinbar höheren Verlängerungsfaktor führen, denn das Bild ist ja am Rand dunkler als in der Mitte und verleitet dazu, einen höheren ND Wert anzunehmen. Tatsächlich ist die Bildmitte nachher aber überbelichtet oder zumindest heller als die Referenzaufnahme. Die richtige Vorgehensweise ist also, zunächst zu ermitteln wie man die manuelle Vignettierungskorrektur in Lightroom oder ARC einstellen muss um das Bild wieder homogen belichtet zu bekommen. Bei der Korrektur der Vignettierung schiebt man das Histogramm automatisch ein Stück nach rechts und der zuerst angenommene höhere ND Wert verringert sich dabei. Erst danach sollte die gesamte Belichtung der Testaufnahme beurteilt werden.

      Viele Grüße
      Achim

  4. Hallo Achim,

    danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Vor kurzer Zeit (und heute wieder) konnte ich Filter von Haida, Lee und Hitech gegeneinander testen und kam zu ähnlichen Ergebnissen wie du. Es scheint, dass Haida eine gute Alternative zu Lee & Co. auf den Markt gebracht hat.

    Viele Grüße,
    Iliyan

  5. Hallo Achim,
    das mit dem fehlenden Schaumstoffrand gibt mir echt zu denken.
    Beim Fotografieren empfiehlt es sich ja sogar den Sucher abzudecken. Streulicht will niemand haben. Jetzt schreibst Du, dass beim Haida 3.0 das Zeugs zum selbst kleben dabei liegt. Hat das ordentlich funktioniert, oder gibt das Schmiererei?
    Und beim Haida 1.8 liegt das nicht dabei? Wie liegen denn die Haidas im Lee Filter Halter? Schließen die auch ohne Schaumstoff ordentlich ab?
    Was taugt denn die Kunststoffschachtel zum Transport? Ist diese irgendwie gepolstert? Die Filter sind ja aus Glas.

    Ich danke Dir echt sehr für die große Mühe, die Du Dir gemacht hast. Das war für mich sehr aufschlußreich! Merci vielmals 🙂

    Herzliche Grüße aus Mainz
    Torsten

    • Hallo Torsten,

      also das Aufkleben des Schaumstoffrand am ND 3.0 geht wirklich problemlos. Die Dinger sind selbstklebend. Man muss nur die Schutzfolie abziehen und klebt den Schaumstoffrand mittig zentriert auf den Filter. Da kann nichts schmieren. Das bekommt selbst der schlimmste Grobmotoriker sauber hin 🙂

      Die ND 1.8 werden seit rund 4 Wochen auch mit dem Schaumstoffrand ausgeliefert. Zumindest wenn Du über den Händler bei Amazon bestellst (der Link befindet sich ja im Artikel). Wenn Du jetzt dort bestellst, dann ist beim 1.8er definitiv der Schaumstoffrand mit dabei. Und ansonsten schickt Dir der Händler auf Anfrage noch einen Schaumstoffrand zu.

      Die Haidas liegen genauso wie die Lee Filter fest im Lee Halter. Ich kann da keinen Unterschied feststellen.

      Die Kunststoffschachtel nutze ich selber nicht. Ich nutze zwei Lowepro Filter Pouch 100 am Gürtel. In einer habe ich Metalldosen für CD’s, die ich innen noch mit Schaumstoff ausgepolstert habe. Man kann die Filter in der Lowepro Tasche aber auch zwischen die ND Grads stecken. Dann sollte auch nichts dran kommen. In der Kunststoffschachtel sind die Filter zum Schutz in ein großes Putztuch eingeschlagen.

      Viele Grüße
      Achim

  6. Hallo Achim

    Vielen Dank für deine Bemühungen. Die Tests sind sehr aufsclussreich. Ich habe mir heute den ND 1,6 und den ND 3,0 für den SW150 geholt. Ist es korrekt, dass diese 150×150 keinen Schaumstoffrand mitgeliefert bekommen? Falls ja, hast du keine Probleme mit seitlichem Lichteinfall? Ich denke mir, dass es da v.a. Beim 3,0er doch heikel werden könnte.

    Beste Grüsse
    Jules

    • Hallo Jules,

      ja, die 150x150mm Filter werden ohne Schaumstoffrand ausgeliefert. Das ist korrekt so.
      Selbst wenn sie einen Schaumstoffrand hätten würde dieser den seitlichen Lichteinfall nicht verhindern können, da der SW 150 Halter völlig anders konstruiert ist als der 100mm Foundation Kit Filterhalter. Durch die am 14-24 angesetzte Streulichtblende kann man mittels Schaumstoffrand keine Lichtdichtheit erreichen.

      Und Du hast richtig erkannt, dass die Nutzung von ND Filtern mit dem Halter einer Herausforderung ist.
      Das grundsätzliche Problem ist Lichteinfall von hinten. Dieser Lichteinfall führt zu heftigen Artefakten im Bild.
      Die Plastikscheiben, welche von Lee mitgeliefert werden, helfen beim Einsatz von ND Filtern nicht.
      Und selbst bei der Verwendung eines einzelnen ND-Grad Filters kann es Lichtreflexionen geben wenn die Sonne seitlich oder von hinten einfällt.

      Ein Lösungsansatz den ich gerade teste ist die Vermeidung von Lichteinfall durch ein Tuch.
      Schau Dir mal dieses Video an: http://www.youtube.com/watch?v=Oi9Gk0Ob6sE

      Das Haarband im Video ist aber zu klein.
      Ich empfehle einen Schlauchschal, den man 2x doppelt legt.
      Seitens des Materials ist dieser hier super geeignet:
      http://www.amazon.de/gp/product/B008DV7X12/ref=oh_details_o02_s00_i00?ie=UTF8&psc=1
      Den muss man dann nur etwas zusammennähen um es praktikabel zu gestalten.
      Vielleicht an der dem Objektiv zugewandten Seite noch ein Gummiband einnähen, damit es von hinten her richtig abdichtet.

      Selbst mit diesem Schal gibt es aber immer noch ein Problem und das ist Licht, welches von vorne an den „Slidern“ des Filterhalters vorbei einfällt.
      Der Schlauchschal kann vorne nicht 100%ig am Filter selber anliegen weil der Halter selber im Weg ist.
      Was kann man tun?
      http://www.amazon.de/gp/product/B000KJO7KU/ref=oh_details_o01_s00_i00?ie=UTF8&psc=1
      Mit diesen Klammern das Tuch über und unter dem Einschub zum Filter hin abdichten.

      Wie Du siehst ist das alles recht umständlich und es verlangsamt die Fotografie ungemein.
      Aber es funktioniert und man kann mit der Methode auch mit der Kombination ND-Grad + ND 3.0 ohne störende Lichtreflexionen fotografieren.
      Eine praktikablere Lösung kenne ich leider nicht.
      Wenn Du was findest freue ich mich über Deine Erfahrungen!

      Viele Grüße
      Achim

      • Hallo Achim

        Danke für die ausführliche Rückmeldung! Die Sache mit dem Tuch passt mir irgendwie nicht so recht. Ich hab mir heute ein wenig Zeit genommen und bin nicht weit von einer genial einfachen Lösung.

        LG
        Jules

      • Hi Achim,
        Deine Ausführungen zum 150×150 Filter sind sehr aufschlussreich. Auch beim Lucroit-Adapter habe ich analoge Erfahrungen gemacht. Ohne saubere Abdichtung mittels Tuch/Schal können auch hier sehr unschöne Effekte auftreten. Ein Grund hierbei auch auf einen Kabel-Fernauslöser zu setzen, da ggfs. der Infrarotempfänger der Kamera bei diesen Aktionen mit abgedeckt wird !

        Gruss Andre

        • Hallo Andre,

          Interessanter Hinweis, dass das bei dem Lucroit Halter auch so ist.
          Ich dachte immer der wäre was besonderes…

          Ich habe beim Lee Halter die Erfahrung gemacht, dass Artefakte im Bild mit einem Grauverlauf und dem Haida ND 1.8 ganz gut mit einem Tuch zu beherrschen sind.
          Wenn man statt des ND 1.8 den ND 3.0 verwendet, dann muss man das Tuch schon sehr genau anbringen und peinlich genau auf Lichteinfall achten.
          Wenn man dann vor diese beiden Filter noch einen Polfilter baut, dann wird es sehr kritisch und man muss peinlichst genau arbeiten um Lichtreflexionen zu unterbinden.

          Viele Grüße
          Achim

  7. Hallo Achim,

    vielen Dank für Deinen aufschlußreichen Vergleichstest.

    Magst Du mir verraten, welche Graukarte Du verwendest (und auch hier benutzt hast)? Es gibt ja zahlreiche Anbieter und die Qualität soll sehr unterschiedlich sein. Daher interessiert mich, mit welcher Karte Du gute Erfahrungen gemacht hast.

    Viele Grüße
    Volker

    • Hallo Volker,

      normalerweise benutze ich keine Graukarten.
      In dem Test war es eine Ausnahme um einen fixen Referenzpunkt zu haben.
      Ich habe auch keine besondere Graukarte sondern ein „ganz normales“ kleines Set von Grau-, Schwarz- und weißer Karte im Scheckkartenvormat wie sie auf Amazon angeboten werden.
      Irgendwann mal gekauft und hier zum ersten mal benutzt…

      Viele Grüße
      Achim

  8. Hallo Achim,

    aufgrund Deiner Beschreibungen zu den HAIDA-Filtern habe ich mir das Lee-Filterhaltersystem und die HAIDA-Filter über Deine Links bestellt. Gerne möchte ich auch einen vernünftigen Polfilter in der Landschaftsfotografie einsetzen.

    Verwendest Du nur solche in Verbindung mit den Filterhaltersystemen? Welchen nutzt bzw. kannst Du hier empfehlen?

    Viele Grüße,
    Martin

    • Hallo Martin,

      es gibt bisher in 150mm x 150mm nur einen Polfilter von Cavision und ganz neu einen von Nisi.
      Zum Nis habe ich kürzlich erst einen Blogbeitrag geschrieben. Schau doch mal rein. Da stehen Details darüber.

      Bei meinem Lee 100mm Filterhalter nutze ich den neuen Lee 105mm Landscape Polarizer in Verbindung mit dem Frontring für den Foundation Kit Filterhalter.

      Viele Grüße
      Achim

  9. Hallo Achim,

    vielen Dank. Ich denke, dass der von Dir benannte auch für mich eine gute Wahl darstellt. So werde mir den benannten Polfilter bestellen. Des weiteren habe ich den ND 1.8 und ND 3.0 Filter gekauft.

    Eingehen möchte ich noch auf mögliche große Dynamikumfänge bei der Landschaftsfotografie. Verwendest Du hier Verlaufsfilter und kannst ggf. eine Empfehlung hinsichtlich der für den Anfang notwendigen Verlängerungsfaktoren geben (0,3; 0,6; 0,9; …)? Auch wäre interessant, ob Du eher harten oder weichen Verlafaufsfiltern den Vorzug gibst.

    Mein Ziel ist es, neben den vorhandenen ND 1.8 und ND 3.0 Filtern einen insgesamt sinnvollen Satz von Graufiltern für´s Erste für Landschaftsaufnahmen mitführen zu können, um mit diesen Erfahrungen zu sammeln.

    Vielen Dank für Deine unterstützenden Informationen!

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
    Martin

    • Hallo Martin,

      ich habe alle Verlaufsfilter von 0.3 bis 1.2 in soft und hart.
      Die am häufigsten eingesetzten Filter sind aber sicherlich der 0.6 und 0.9 soft.
      Zu diesen Filtern würde ich Dir auch bei der Erstanschaffung raten. Danach wäre mein dritter Filter wahrscheinlich ein 0.6 in hart.
      Fotografierst Du vornehmlich am Meer wo der Horizont gerade und klar definiert ist, dann sind die harten Filter sehr gut zu verwenden.
      Bei Motivsituationen ohne geraden Horizont sind die soften Filter besser. Das ist eine ganz pauschale Einschätzung mit vielen Ausnahmen.
      Letztlich entscheidet die Lichtsituation am Motiv über den idealen Filter (oder auch eine Kombination aus soft und hart)

      Je nach Situation kann ein ND 1.2 sehr sinnvoll sein. Ich habe auf den Färöer Inseln sehr viel damit fotografiert.
      Aber kauf Dir zunächst einmal einen 0.6 und 0.9 in soft. Wenn Du damit Erfahrung hast weißt Du selber was Dir fehlt.

      Reverse Filter benutze ich keine.
      Die machen alle Magenta Farbstiche in die Bilder.
      Ansonsten kann ich nur zu Lee Filtern raten und würde von Hitech oder anderen Firmen Abstand nehmen.

      Viele Grüße
      Achim

      • Hallo Achim,

        Hauptsächlich fotografiere ich hier im Mittelgebirge (Bayer. Wald), werde mich aber in der zweiten Jahreshälfte auch bis an die Ostsee durchschlagen. Die von Dir vorgeschlagen Verlaufsfilter werde ich mir besorgen.

        Dein Hinweis zu den Lee Filtern bezieht sich aber auf die GND- und den ND 1.2- Filter(n) – oder (… etwas irritiert)?! Denn die ND 1.8 und ND 3.0 habe ich mir von HAIDA über Deine Links bestellt.

        HAIDA bietet ja auch ein GND Set aus Glas (0,3; 06; 0,9) an: http://www.amazon.de/HAIDA-Optical-Verlaufsfilterset-ND0-3-ND0-6/dp/B00OF8TGEO/ref=sr_1_1?s=ce-de&ie=UTF8&qid=1420825030&sr=1-1&keywords=haida+grauverlaufsfilter

        Bei den Verlaufsfiltern, so habe ich Dich verstanden, würdest Du denen von LEE gegenüber denen von HAIDA obwohl Deiner obigen Empfehlung (zu den HAIDA ND-Filtern) den Vorzug geben?

        Herzlichen Dank!

        Viele Grüße,
        Martin

        • Ganz genau, Martin!
          Bei den ND Filtern hat meiner Meinung nach Haida die Nase vorne. Sowohl in der Farbneutralität als auch im Preis.
          Bei den Verlaufsfiltern bleibe ich lieber bei Lee. Kunststofffilter sind weniger bruchanfällig als Glasfilter.
          Das sollte man nicht vergessen 😉
          Seitens der Bildqualität in Bezug auf Schärfe oder Mikrokontraste macht es keinen Unterschied ob man nun Glas oder Kunststoff vor dem Objektiv hat.
          Sieht man beides nicht.

          Viele Grüße
          Achim

          • Hallo Achim,

            vielen Dank zunächst für deinen Blog und alle deine Erfahrungen die du teilst.

            Ich werde in ein paar Monaten nach Australien fliegen und dort ein paar Wochen lang vom Süden aus die gesamte Ostküste erkunden 🙂
            Ich hab nun vor mir auch ein Filtersystem zuzulegen. Aufgrund deiner guten Erfahrungen habe ich Haida in die engere Wahl genommen, auch preislich gesehen.

            Nun wollte ich aber nochmals nachfragen, ob du evt. Erfahrungen zu dem Haida 100mm Filterhalter hast und ob du evt. auch die GND Filter von Haida schon mal getestet hast ?
            Du empfiehlst zwar die Lee Filter – aber so wie ich es verstanden habe, nur aufgrund der Tatsache, dass die Haida GND Filter aus Glas sind. Sind sie ansonsten (aus deiner Sicht) gleichwertig zu sehen zu den Lee-Filtern ?

            Und noch zu den Pol-Filtern. Du schreibst, dass du den neuen 105mm Lee Landscape Polarizer in Verbindung mit dem Frontring für den Foundation Kit Holder.
            Gibt es so eine Frontring-Montage auch bei dem Haida Original Filterhalter und ist der Pol-Filter von Haida vergleichbar mit dem Lee Pol-Filter ?

            Fragen über Fragen. Sorry, aber evt. kannst du ein paar Anregungen geben. Wär dir sehr dankbar …

            Werd mich dann auch noch direkt an den bisher einzigen Vertrieb für Haida Filter in Deutschland wenden, aber bin auch gespannt auf deine Meinung.

            Viele Grüße
            Jan

          • Hallo Jan,

            ich kenne den 100mm Haida Halter und habe ihn mal getestet. Kann man schon verwenden aber unter dem Strich halte ich den Lee Foundation Kit Halter noch für das Maß der Dinge. Der Haida Halter hat ein komplett anderes System für die Verwendung des Polfilters. Und zwar wird ein extrem dünner (SLIM) Polfilter direkt in den Adapterring geschraubt. Der Polfilter sitzt beim Haida System also nicht vorne als letztes vor den Grauverlaufsfiltern sondern befindet sich zwischen Grauverlaufsfiltern und dem Objektiv. Das ist etwas umständlicher als bei Lee, denn man muss den Halter immer vom Adapterring nehmen wenn man den Polfilter entfernen möchte. Bei Lee ist der Polfilter immer frei zugänglich.

            Solltest Du Dich für das Lee System entscheiden aber die Kosten des neuen Lee Landscape Polarizer scheuen, dann bietet Haida hier seit neuestem auch eine Alternative in Form eines 150mm Polfilters. Ich habe den allerdings selber nicht getestet und kann Dir nicht sagen ob er auch die 16mm Brennweite erlaubt. Er ist aber in SLIM Ausführung und ich vermute es daher einfach mal. Hier ist der Link: http://amzn.to/1CdsPvj

            Die Haida Grauverlaufsfilter sind aus Glas gefertigt und erzielen die Abdunklung über ein Aufgebrachtes Coating. Dieses spiegelt etwas.
            Mehr kann ich hierzu noch nicht sagen, da ich die Filter selber nicht getestet habe. Das werde ich aber in den nächsten 3 Wochen mal machen.

            Viele Grüße
            Achim

          • Hallo Achim,

            vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

            Das Lee System werde ich mir demnächst mal bei Calumet hier vor Ort ansehen. Für das Haida System gibt’s hier im Süden leider (noch) keinen lokalen Händler. Ich bin eher der Typ, der das gern vor Ort in Augenschein nimmt und ausprobiert – geht halt bei Haida schlecht, daher bin ich sehr dankbar für deine Erfahrungen.

            Beim Haida Polfilter hatte ich kurz gestutzt, da du 150mm geschrieben hast – hab dann aber gesehen, dass es ein Tippfehler war 🙂

            Mal sehen, wie ich mich entscheide – geb dann hier nochmal Bescheid 😉

            Auf deinen Test der Haida Grauverlaufsfilter bin ich schon gespannt …
            Du schreibst noch, dass die Verlaufsfilter von Haida aus Glas gefertigt sind und deshalb leicht spiegeln. Ist dir dies bei den Graufiltern von Haida, die du ja schon hast, auch schon (negativ) aufgefallen ?

            Viele Grüße
            Jan

          • Hallo Jan,

            die Haida ND-Filter spiegeln nicht. Jedenfalls nicht mehr als alle vergleichbaren Filter.
            ND Filter haben ja auch keine abdunkelnde Schicht auf der Oberfläche sondern sind aus durchgefärbtem Glas gefertigt.

            Viele Grüße
            Achim

  10. Hallo Achim,

    danke erstmals für die Tests bzw. Vergleiche der ND Filter. Ich bin soweit in der Entscheidungsphase und da haben die Vergleiche einen erheblichen Anteil.
    Da ich den Lee Filterhalter schon besitze und dazu einen Verlauffilter o.6 hard, werde ich mir wohl von Haida das 100×100 mm Filterset (nicht die Eindrehfilter) mit drei Stärken 8, 64 und 1000 besorgen.
    Da habe ich drei Fragen, die Du mir beantworten kannst:
    1. Wie verhindere ich am besten, dass bei zwei oder mehr hinter einander montierten Filtern das Licht zwischen die Filter fällt. Diese Erfahrung hat meine Fotoclub Kursleiterin machen müssen. Das Thema wird zum Teil auch im Netz diskutiert. Aber daraus bin ich nicht wirklich schlau geworden. Da wird mit sehr unorthodoxen Hilfsmitteln gearbeitet …
    2. Welche Filtertasche empfiehlst Du für 4 oder mehr (Glas-)Filter?
    3. Gibt es gute deutschsprachige Literatur zur praktischen Anwendung von Filtern (Pol-, ND filtern)?
    Danke für die Antworten.
    Alles Gute Georg

    • Hallo Georg,

      die Haida ND Filter sind eine sehr gute Wahl!
      Es ist eigentlich unüblich, dass man 2 ND Filter gleichzeitig verwendet.
      Nutzt man z.B. den 64x, dann kombiniert man diesen nicht mit einem 8x oder 1000x.
      Das funktioniert nicht und es gibt auch keinen wirklichen Grund dafür, es sei denn, man will tagsüber 1h belichten.
      Darin sehe ich aber wenig Sinn. Es gibt von Haida ganz neu noch einen 2000x Filter, wenn der 1000x nicht reichen sollte.

      Kombiniert man einen ND Filter mit einem Verlaufsfilter, dann kommt der ND Filter immer in den ersten Einschub direkt vor das Objektiv.
      Der ND Filter hat einen Schaumstoffrand, der gegen den Halter abschließt und somit seitlichen Lichteinfall verhindert.
      Ein davor positionierter Grauverlaufsfilter oder Polfilter braucht nicht gegen seitlichen Lichteinfall geschützt zu werden.

      Ich selber benutze die Lowepro Filter Pouch 100 und bin damit zufrieden. Kunststofffilter nach außen und Glasfilter in die Mitte.
      http://amzn.to/1Aolchy
      Es gibt auch von Lee eine neue Tasche. Zu der kann ich Dir aber nicht viel aus eigener Erfahrung sagen.
      http://amzn.to/1EAkNPC

      Deutsche Literatur zum Filtereinsatz? Da fallen mir spontan die e-Books von Rainer Mirau ein.
      Sonst wüsste ich derzeit nichts.
      http://www.silent-moment.com/prints/ebooks.htm

      Für Fotoworkshops kann ich http://www.phototours4u.com empfehlen.

      Viele Grüße
      Achim

  11. Hy,

    sehr schöner Artikel den ich durchs googeln gefunden habe.

    Danke für deinen Test! Und auch die Commets waren sehr interessant.

    Ich bin nämlich gerade am überlegen, da ich Hitech Verlaufsfilter nutze und nun noch x64/x1000 ND Filter will, ob ich bei meinen Schraubfiltern bleiben soll oder ob es Mehrwert bringt auch Schubfilter zu erwerben, egal mal ob von Haida oder Hitech oder so.

    Sehe den Vorteil in der Kombination zwischen Verkaufsfilter und ND Filter.

    Aber ob das so genutzt wird weis ich nicht.

    Habt ihr dazu Erfahrungen?

    Z.B. denke ich mir Verlaufsfilter für den Himmel und ND für verwischte Wolken? So in etwa?

    Grüße
    marky

    • Einschubfilter würde ich hier bevorzugen. Die steckt man einfach in den Halter und gut.
      Bei Schraubfiltern muss man den Adapterring für den Filterhalter vorne auf den Schraubfilter montieren und man kann den ND Filter nicht einfach mal vom Objektiv nehmen.

      Viele Grüße
      Achim

      • Danke für den Hinweis!

        Nutzt ihr oft Grau und gleichzeit Verlaufsfilter?
        Weil ist ja eigtl nur dann ein Thema.

        Weil wenn ich nur Grau nutze, dann lese ich oben heraus sind Schraubfilter aufgrund der Lichteinfallsthematik attraktiv.

        • Klar, wenn ich eine „normale“ Belichtung mit Verlaufsfilter mache und dann eine Langezeit haben will bleibt der Verlaufsfilter natürlich im Halter.
          Es ändert sich ja nichts an der Lichtsituation. Ich mache das identische Foto lediglich mit einer längeren Belichtungszeit, was der ND Filter ermöglicht.

          Gruß
          Achim

          • Ok verstehe ich – wobei ich dann wieder die Thematik mit dem seitlichen Lichteinfall habe wie oben in den Commets erörtert.

            Muss man wohl abwägen…

            Danke Euch!

  12. Hallo Herr Sieger,

    vielen Dank für den ausführlichen Vergleich. Ich habe meinen Händler darauf angesprochen und der entgegnete, dass Haida-Filter denen von Lee hinsichtlich Detailzeichnung und Dynamik weit hinterher hängen – zumindest im Vergleich der ND 3.0-er. Wie ist Ihre Erfahrung dazu?

    Freundliche Grüße,
    Daniel Vieser

    • Hallo Herr Vieser,

      ich weiß nicht wie ihr Händler zu dieser Behauptung kommt. Vermutlich ist es das letzte Argument für den Verkauf seiner Filter, das ihm eingefallen ist.
      Für mich sind die Punkte jedoch nicht nachvollziehbar.

      Viele Grüße
      Achim Sieger

  13. Hallo Herr Sieger,

    haben Sie die Filter einmal systematisch hinsichtlich Detailzeichnung und Dynamik verglichen? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

    Grüße,
    Daniel Vieser

    • Nein, das hab ich nicht. Ich weiß auch nicht was Sie mit Dynamikverlust durch einen ND Filter meinen bzw. wie sie das messbar testen wollen.
      Ich verlasse mich da eher auf das was ich unter Praxisbedingungen sehe.
      Und da sehe ich, dass die Bilder mit Haida ND Filtern in der 100% Ansicht ebenso scharf sind wie die mit Lee Filtern.
      Auch sind die Bilder mit einem Haida Filter nicht unschärfer als Vergleichsaufnahmen ohne jegliche Filter.
      In der 100% Ansicht sind selbst 3 Filter vor dem Objektiv (z.B. 2 Kunststoff Verlaufsfilter und 1 Polfilter) weniger stark zu sehen als der Schärfenverlust beim Abblenden von f/8 auf f/11. Welchen Einfluss auf die Bildqualität erwarten Sie dann von nur einem Glasfilter?

      Was ich deutlich sehe und was von allen mir bekannten Fotografen bestätigt wurde ist die Tatsache, dass der Haida im Gegensatz zum Lee die Farben (im Vergleich zu einer Aufnahme ohne Filter) signifikant besser wiedergibt.

      Viele Grüße
      Achim Sieger

  14. Hallo Achim,

    konntest Du bereits Erfahrungen mit den GND Filtern von Haida machen? ich habe mir vor kurzem das 3er Set zugelegt und bin der Meinung, dass die Farbneutralität der Filter recht gut ist, irgendwie finde ich die Filter zu hell.

    Leider findet man bezüglich der Haida GND Filter sogut wie keine kritiken im Internet.

    lg.

    Manuel

    • Hallo Manuel,

      seitens der Farbwiedergabe habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Haida GND Filtern gesammelt. Das kann ich Deinen Eindruck nur bestätigen.
      Allerdings musste ich wie Du auch feststellen, dass die Haida GND Filter nicht so stark abdunkeln.

      Dieses ist mir aber auch schon bei anderen Herstellern von oberflächenbeschichteten Glasfiltern aufgefallen. Habe neulich einen Hitech Firecrest NDG 1.2 soft probiert und der kam gerade mal auf 3 Blenden am oberen Ende. Nutzt einem dann auch nichts wenn man was stärkeres sucht als den 0.9er Lee in soft.

      Ich bin bei GND Filtern weiterhin ein Freund der Lee Filter. Insbesondere weil die aus Kunststoff sind und daher die Gefahr des Bruchs im Outdooreinsatz einfach geringer ist. Das ist für mich eigentlich der Hauptgrund warum ich nach wie vor Lee benutze.

      Viele Grüße
      Achim

  15. Hallo Achim,

    ich habe Deine Tests und Berichte sowie Tipps und Tricks mehrfach ausführlich gelesen und aufgrund Deiner Erfahrungen mir für mein 100mm Lee Filtersystem die Graufilter von Haida angeschafft (64x und 1000x). Da zusätzlich noch ein Zeiss 15mm 2.8 ins Haus kam und die günstigste Variante ein 95mm Einschraubfilter ist, habe ich mir das passende Pendant (1000x) angeschafft. Interessanterweise ist dieser von der Farbtemperatur um Einiges wärmer als die Pendants als die 100mm Einschubfilter.
    Hattest Du zufällig auch schonmal die Schraubfilter von Haida im Einsatz?

    Gruß,
    Peter

    • Hallo Peter,

      nein, ich benutze selber überhaupt keine Schraubfilter und habe diese auch noch nie mit den Steckfiltern verglichen.
      Es kann durchaus sein, dass die Steckfilter andere Transmissionswerte der einzelnen Wellenlängen haben als die Schraubfilter.
      Steckfilter müssen alle 2mmm dick sein damit sie in den Halter passen.
      Die Schraubfilter sind aber (soweit mir bekannt ist) aus wesentlich dünnerem Glas gefertigt.
      Folglich muss also die verwendete Glasmischung eine andere sein und hieraus wird der Unterschied resultieren.

      Viele Grüße
      Achim

      • Hallo Achim. Danke für Deine schnelle Rückmeldung. Ich hätte nicht gedacht, daß die Unterschiede zwischen den Gläsern gleicher Hersteller so große Unterschiede bestehen.
        Jetzt freue ich mich erstmal auf den Einsatz in Irland 🙂

        Gruß,
        Peter

  16. Vielen vielen Dank für diesen Blog Post, hab deinen Kommentar auf Amazon gesehen und dich gegoogelt. Danke für den Tipp, hast mir gerade einige Euro viel vermutlich viel Frust erspart. Danke dir!

    liebe Grüße,
    Jakob

    • Hallo Jakob,

      Dankeschön für das nette Feedback.
      Ich hoffe, dass Du mit den Haida ND Filtern zufrieden bist.
      Aber da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher 😉

      Viele Grüße
      Achim

  17. Hi Achim,
    gibt es mittlerweile aussagekräftige Tests zu den Firecast-Glasfiltern von Hitech hinsichtlich Neutralität, die Du auch
    bestätigen kannst ?

    Danke und Gruss
    André

    • Hallo André,

      ich habe noch keinen entsprechenden Test zu den ND Filtern dieser Serie gelesen und habe auch selber noch keine probieren können.

      Viele Grüße
      Achim

  18. Hallo Achim,

    vielen Dank erstmal für den Test und die zahlreichen und hilfreichen Antworten auf die bereits gestellten Fragen. Das hat mir bei der Entscheidung bereits sehr geholfen.

    Eine Frage hätte ich noch zum Polfilter-Einsatz in der Praxis: Bei Haida kommt der ja vor die anderen Filter in den Adapter: Dh ich bringe den Polfilter an, drehe ihn in die gewünschte Position (oder gibt es da nichts zu drehen bei Eimsteck-Polfiltern?) und bringe dann den NDFilter an. Bei Lee ist der Polfilter davor, dh der ND ist schon drauf und dann müßte ich den Polfilter drehen. Frage: Wie sehe ich da noch in welche Position ich ihn drehen muss? Oder kann ich den Polfilter drauf stecken, drehen und dsnsch den ND dahinter einstecken?

    Vielen Dank und beste Grüße
    Patrick

    • Hallo Patrick,

      sprichst Du vom 100mm Filtersystem oder vom 150mm System?
      Ich gehe mal davon aus, dass sich Deine Frage auf die 100mm Filtersysteme bezieht.
      Beim Haida Halter wird ein superdünner Polfilter in den Adapterring geschraubt. Ich spreche von dem Polfilter hier: http://amzn.to/20e3OwJ
      Der ist im Adapterring frei drehbar und wird eingestellt bevor man den Filterhalter auf den Adapterring setzt. Um den Polfiter zu verstellen muss man den Halter abnehmen. In der Praxis dreht man den Polfilter auf die gewünschte Stellung, setzt dann die Grauverlaufsfilter in den Halter, passt die Belichtung an bis alles passt, fokussiert und dann steckt man als letztes den ND Filter in den Halter. Dann die Belichtungszeit entsprechend verlängern und fertig ist das Bild.

      Beim Lee Foundation Kit Halter ist die Arbeitsweise eigentlich die gleiche. Nur dass der Polfilter hier vorne auf dem Halter sitzt und immer zugänglich ist.

      Viele Grüße
      Achim

  19. Hallo Achim,
    ich habe ein paar Fragen zu den Grauverlaufsfiltern, vielleicht kannst Du weiterhelfen:
    1. Arbeitest Du im manuellen Modus um Blende und Belichtungszeit einzustellen oder z.B. mit Blendenvorwahl (AV-Modus bei Canon)?
    2. Durch die Grauverlaufsfilter (z.B. mit dem 0,9er also 3 Blendenstufen) wird ja im AV-Modus z.B. aus 1/160 Sekunde eine verlängerte Belichtungszeit. Der untere Teil des Bildes würde damit länger belichtet, der Himmel bei 1/20 Sekunde genau wie zuvor. Das setzt voraus. daß bei der Belichtungsmessung (z.B. Mehrfeld) die Lichter ohne Filter (sprich der Himmel) korrekt belichtet sein müssen, der untere Teil bedingt durch die zu große Dynamik unterbelichtet sein kann. Dies wird dann durch die verlängerte Belichtungszeit mit Filter korrigiert.
    Alternativ kann man ja auch auf den unteren Bildteil korrekt belichten (die Lichter im Himmel fressen aus) und diese Einstellungen im M-Modus hinsichtlich Belichtungszeit und Blende fest einstellen und dann mit dem Verlaufsfilter den Himmel um 3 Blendenstufen abdunkeln, so daß die Lichter nicht mehr ausfressen.
    Was ist sinnvoller/besser/die korrekte Arbeitsweise?
    3. Konntest Du schon einmal die Filter von Ray Masters testen? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

    Vielen Dank im voraus

    • Hallo Udo,

      ich arbeite ausschließlich im manuellen Modus weil ich selber die Kontrolle über die Blende und Belichtungszeit / Iso behalten will.
      Und das beantwortet eigentlich auch schon Deine 2. Frage denn ich wähle (je nach Motiv) die Blende und/oder die Zeit ganz gezielt aus wenn ich mein Bild mache.
      Beispiel: Bei einem Foto mit fließendem Wasser (Wasserfall / Wellen am Meer etc.) möchte ich ganz explizit eine Belichtungszeit von 1/1.3″ oder 1/1.6″ haben weil die Wasserstruktur damit am schönsten aussieht. Dann kann ich nicht im AV Modus arbeiten und der Kamera die Wahl der Belichtungszeit überlassen. Ich stelle meine Blende aufgrund der nötigen Tiefenschärfe ein, danach die benötigte Belichtungszeit, gleiche den Motivkontrast über Verlaufsfilter aus, verlängere wenn nötig die Belichtungszeit über einen ND Filter und wenn ich dann nicht genau auf 1/1.6″ auskomme, dann geht der Rest über die ISO. Ich für meinen Teil komme so besser zurecht und ich finde diese Schritte auch logischer.

      Ich habe einen 0.9er und 1,2er Ray Master in soft hier und auch mal damit fotografiert. Die Filter liefern sehr saubere Farben. Da gibt es nichts zu meckern! Allerdings habe ich bei meinen Filtern festgestellt, dass sie nicht ganz die 3 bzw. 4 Blenden erreichen sondern etwas weniger stark abdunkeln (jeweils ca. 0,5 Blenden weniger als angegeben). Auch ist der Verlauf nicht ganz so astrein und homogen im Übergang wie ich das von den Lee Filtern gewohnt bin.
      Aus diesen Gründen fotografiere ich persönlich auch weiter mit Lee Verlaufsfiltern. Die Ray Master sind halt maschinell hergestellt und die Lee Filter Handarbeit. Die Engländer haben diese Handarbeit perfektioniert und die Qualität kostet letztlich auch etwas mehr.

      Aber: wer sich erstmalig Filter anschaffen möchte und nur über ein beschränktes Budget verfügt oder nicht mehr ausgeben will, dem kann man die Ray Master meiner Meinung nach als beste un günstige Alternative zu Lee Filtern ganz klar empfehlen.

      Viele Grüße
      Achim

      • Hallo Achim,

        vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort!
        Da ich mir erstmalig diese Filter anschaffen möchte und zur angesprochenen Gruppe des ‚begrenzten Budgets‘ gehöre, würde mich Deine Empfehlung zur Erstausstattung interessieren.

        Ich fotografiere mit einer EOS 60D mit dem Tokina 12-24/f4 oder dem EF-S 17-55/2.8 IS und habe mir den FilterDude-Filterhalter mit 77mm Weitwinkeladapterring gekauft. Als Erstanschaffung der Filter bin ich mir nun nicht sicher ob ich mir den Haida 1.8 oder den 3.0 als ND-Filter zulegen soll (mit dem 1.8 kann ich ja z.B. 1/250 Sekunde auf 1/4 Sekunde verlängern und wenn ich mit ISO 100 und Blende 11-16 fotografiere müßte das doch auch an sonnigen Tagen ausreichen, für Aufnahmen in der blauen Stunde ja auf jeden Fall – oder wie siehst Du das?)

        Als Grauverlaufsfilter (da mir Lee schlicht unerschwinglich teuer ist) möchte ich mir einen Ray Masters Soft zulegen (da ich mehr in den Bergen bei unregelmäßigem Horizontverlauf als an der See fotografiere) und schwanke zwischen dem 0,9er und dem 1.2er. Welcher ist aus Deiner Erfahrung universeller für Tagesaufnahmen bei hellem Umgebungslicht um den zu hohen Dynamikumfang auszugleichen bzw. bei Sonnenaufgangsaufnahmen.
        Ich habe zwar gelesen, daß bei Sonnenauf- oder -untergängen die Filter mit reversem Verlauf besser geeignet sind, aber als Erstausstattung möchte ich mit einem normalen Softverlaufsfilter beginnen.

        Vielen Dank im voraus
        Udo

        • Hallo Udo,

          Du musst Dir basierend auf Deinem Beispiel die Frage stellen, was Du mit der Belichtungszeit von 1/4 Sekunden erreichen willst.
          Welche Motive erfordern eine Belichtungszeit von 1/4 Sekunden? Mir fallen da spontan keine ein… Bei Dir ist das aber möglicherweise anders. Ich kenne Deine fotografische Vision ja nicht.
          Mir fallen eher Motive ein, bei denen durch Belichtungszeiten von 2-5 oder auch mehr Minuten ganz tolle Effekte in ziehenden Wolken oder komplett weichgezeichneter Brandung am Meer entstehen. Und hierfür benötige ich einen ND 3.0
          Ich benutze den ND 1.8 eigentlich nur dann, wenn z.B. bei einem Sonnenuntergang abends die Zeiten mit dem ND 3.0 durch das verschwindende Licht einfach zu lang werden. Dann kann ich mit dem ND 1.8 nochmal eine Aufnahme nachlegen. Der ND 3.0 ist bei mir aber definitiv häufiger in Verwendung.

          Reverse Filter benutze ich überhaupt nicht. Ich selber habe nur einen 0.6er und 0.9er in meiner Filtertasche. Jeweils in soft und hart.
          Als ersten Filter würde ich mir immer einen 0.9er soft kaufen. Das ist bei mir der mit Abstand am häufigsten verwendete Filter. Wenn Du den hast und Erfahrung damit sammeln konntest wirst Du danach selber sehen was Dir fehlt und ob das dann ein 1.2er soft oder ein 0.6er hart oder eventuell auch ein 0.9er reverse ist.

          Viele Grüße
          Achim

          • Hallo Achim,

            vielen Dank für die superschnelle Antwort!

            Der Grundgedanke warum ich diese Filter gern nutzen möchte, ist Fotos mit fließendem Wasser/Wasserfall zu ermöglichen und wie Du schriebst sieht das am besten bei einer Belichtungszeit von 1/1.3″ oder 1/1.6″ (das sind doch ca. 0,7 Sekunden bzw 0,6 Sekunden oder nicht?) und das schafft der ND1.8 nicht bei Tageslicht mit ISO 100 und Blende 11-16?

            Ich wüßte jetzt nicht warum ich länger als 2 Minuten belichten sollte (außer bei Nachtaufnahmen, aber dann brauche ich keinen ND-Filter. Ist bei deratig langen Belichtungszeiten nicht die Gefahr von Verwacklungen durch Windbewegungen im Gras oder in den Bäumen viel zu groß?
            Mein Schwanken beim Soft GND zwischen 0,9er und 1,2er rührt daher, daß ich in den Bergen (erst vor kurzem am Karersee in Südtirol) das Problem habe, daß in der Dämmerung der Himmel noch sehr hell, die Landschaft im Vordergrund aber schon relativ dunkel ist. Wenn ich den Himmel um vier Blendenstufen abdunkeln kann sollte der Vordergrund doch ausgewogener belichtet sein. Wenn ich eine Belichtungsreihe mache nehme ich in der Regel +2 0 -2 Blendenstufen (also in auch eine Differenz zwischen vier Blendenstufen um die hellsten und die dunkelsten Bereiche korrekt zu belichten). Der 0,9er würde nur +1,5 0 -1,5 entsprechen. Ob das in den meisten Situationen ausreicht oder ob der 1,2er häufig zu viel des Guten ist, kann ich halt nicht beurteilen. Deshalb suche ich auch Rat hier.

            Vielen Dank
            Udo

          • Hallo Udo,

            doch, was Du schreibst stimmt schon. Hängt aber auch immer von den Lichtverhältnissen ab (bedeckter Himmel oder Sonnenschein) und ob man vielleicht noch einen Polfilter zusätzlich verwendet usw… Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und man muss im Einzelfall immer entscheiden welche Belichtungszeit den gewünschten Bildeffekt bringt und welcher Filter dann notwendig ist.
            Klar verwackeln Gräser bei starkem Wind, aber nicht jedes Motiv hat solche beweglichen Bildinhalte.
            Deswegen sagte ich ja, dass ich sowohl den ND 1.8 als auch den ND 3.0 brauche.

            Wenn Du selber schon die Belichtungsdifferenz gemessen hast, dann ist doch alles bestens. Ich bleibe trotzdem meist immer etwas unterhalb des gemessenen Werts weil ich zu dunkle Himmel vermeiden möchte. Ich selber benutze nur einen 0.9er Soft. Einen 1.2er habe ich nicht.
            Aber ich will nicht abstreiten, dass er bei Deinen Motiven vorteilhaft sein kann. Das ist wie gesagt alles Motiv- und Lichtabhängig.

            Viele Grüße
            Achim

  20. Hallo Achim ,

    möchte mir entsprechend ein Filtersystem zulegen. Nach viel Recherche bin ich auf diesen Blog gestossen, der Inhaltlich
    sehr hilfreich ist. Selbst die Kommmentare und vor allem die Antworten. 🙂 . Bisher nutze ich Schraubfilter Haida ND 3 und B&W PCL.

    Meine Frage(n) hierzu :

    Ist ein 100x00mm Filterhaltersystem ausreichend für EF 16-35mm Weitwinkelobjektive oder gibt es hier im Randbereich die bekannten Probleme ? Wenn ich jetzt mal richtig zusammengefasst habe, gehen die Empfehlungen und Erfahrungen in Richtung dieser Erst-Ausstattung ?:

    Halter 100×100 Lee Foundation KIT
    Haida ND 1.8x + 3x
    Verlaufsfilter Lee 0.9 soft/hart

    Vieln Dank
    Klaus

    • Hallo Klaus,

      ein 100mm System ist für ein 16mm Objektiv am KB Sensor immer ausreichend und vignettierungsfrei zu benutzen.
      Die Probleme treten erst bei der Verwendung eines Polfilters auf.
      Willst Du Deinen B+W Schraubfilter weiter verwenden, dann wirst Du keine 16mm mehr vignettierungsfrei fotografieren können.
      Außerdem ist es eine mühsame Schrauberei, den Adapterring des Halters auf einem Polfilter zu montieren. Man muss das ganze Filterzeugs dann immer wieder auseinanderschrauben wenn man den Polfilter runter machen will.

      Das Lee System wäre mein bevorzugtes 100mm System. Bei dem System kommt ein 105mm Polfilter über einen zusätzlichen 105mm Frontring vorne auf den Halter. Ist der Halter mit 2 Filterslots bestückt und verwendest Du den Lee Landscape Polarizer, dann gehen mit dem Setup auch 16mm zu fotografieren. Spätestens nach der Objektivkorrektur (das Bild wird dabei etwas gestreckt) sollten minimale Ecken im Bild (je nach Fokuspunkt) verschwinden. Der Lee Landscape Polarizer ist nicht ganz billig…. aber in meinen Augen die beste Lösung.

      Bei den ND Filtern ist Haida die erste Wahl. Richtig.

      Bei den Verlaufsfiltern bevorzuge ich Lee. Der 0.9er in soft ist sicher der meistbenutzte Filter. Den 0.9er in hart nutze ich kaum. Ich würde eher einen 0.6er in soft oder einen 0.6er in hart kaufen. Es sei denn Du fotografierst überwiegend am Meer bzw. bei ebenem Horizont. Da käme der 0.9er hart sicher häufiger zum Einsatz.

      Viele Grüße
      Achim

  21. Hallo Achim,

    ich habe Deinen Bericht mit großem Interesse gelesen und hätte auch ein paar Fragen:

    1. Weisst Du, ob der Haida 100mm Halter mit 3 eingesetzten Filtern (also z.B. 1 x ND und 2 x GND) bei 18mm vignetiert? Mein UWW von Olympus deckt den Bereich von (umgerechnet auf KB) 18-36mm ab, daher wäre es natürlich prima, wenn es hier zu keinen Abschattungen käme.

    2. Ich habe bereits ein 3er Set Haida ND-Einschraubfilter (8x, 64x, 1000x, Slim-Variante mit Vergütung). Mit diesen bin ich sehr zufrieden. Nun möchte ich mir den Haida 100er Halter anschaffen und frage mich, ob es hier beim Einsatz von Slim Einschraubfilter + 2 GND-Filtern (ich habe wie Du auch die Lee-Filter in 0.3, 0.6 und 0.9) zu Abschattungen kommt – wieder bei umgerechnet 18mm Brennweite? Ich denke der Einschraubfolter + 1 GND sollte keine Probleme an 18mm bereiten.

    3. Falls ja, dann wäre die Lösung ja ein Satz 100×100 ND-Filter von Haida (wieder 8x, 64x und 1000x) für knapp 230 EUR. Aber eigentlich möchte ich das Geld sparen, da ich ja bereits einen Satz ND-Filter habe. Und meine Kamera (E-M1) hat keine Probleme, selbst beim ND 1000x zu fokussieren. Und Dank LifeView sehe ich sogar etwas alles dem Display. Störend wären die Einschraubfilter also bei mir nur, wenn ich sie wechseln müsste, also auf einen stärkeren oder schwächeren . Aber dafür über 200 EUR investieren?

    4. Weiss jemand, woe gut der Haida Pol für das 100er System ist? Man kann hier ja leider keinen alternativen Pol von B+W oder Heliopan verwenden…
    Wie siehst Du das?

    Vielen Dank

    Michael

    • Hallo Michael,

      ich besitze leider kein Weitwinkel Objektiv mit Schraubgewinde im Brennweitenbereich um 18mm. Daher kann ich das leider nicht probieren.
      Meiner Einschätzung nach sollten 18mm kein Problem ergeben mit 3 Filterslots aber ich habe es wie gesagt nicht explizit getestet.

      Mit jedem Schraubfilter auf dem Objektiv reduzierst Du die mögliche Brennweite. Aber auch hier kann ich Dir nicht sagen ob Du bei 18mm Vignettierung bekommen wirst weil ich es (wie vorher schon erwähnt) mangels Objektiv nicht testen kann.
      Es ist aber definitiv so, dass die Arbeit mit Schraubfiltern in Kombination mit einem Steckfilterhalter sehr mühsam ist. Du bist ja nur am schrauben wenn Du den ND Filter entfernen oder gegen eine andere Stärke tauschen willst.
      Das kann man übergangsweise mal so machen aber auf Dauer ist das nicht praktikabel.

      Optisch ist der Ultra Slim Polfilter von Haida für den 100mm Halter einwandfrei. Da bestehen keine Zweifel. Er ist halt sehr dünn und erfordert daher etwas mehr „Fingerspitzengefühl“ beim Aufschrauben und Lösen als die „normalen“ Polfilter. Das muss man wissen. Aber Du wirst damit die gleich gute Bildqualität bekommen wie mit einem B+W Polfilter oder anderen namhaften Herstellern.

      Sorry, dass ich Dir nicht mehr sichere Antworten geben konnte. Vielleicht kann jemand anderes dazu etwas sagen.

      Viele Grüße
      Achim

  22. Hallo Achim,

    das hilft mir auf jeden Fall weiter.

    Ich habe heute nochmals über das Thema nachgedacht und werde mir doch die Haida ND-Steckfilter im Set mit dem Filterhalter und Pol zulegen. Quasi als Filterset für Landschaftsfotos. Dann werden auch keine Schraubfilter mehr verwendet. Den Adapterring werde ich 2x kaufen, in einen werde ich den Pol dann dauerhaft reinschrauben. Dann entfällt das lästige rein- und -ausschrauben des Polfilters und ich wechsel im Bedarfsfall einfach den Ring.

    Meine bisherigen Schraubfilter werde ich aber weiterverwenden, wenn ich ohne Stativ und ohne Filterhalter arbeite, also wenn es schnell gehen muss oder ein ND keinen Sinn macht. Quasi doppelt gemoppelt.

    Viele Grüße
    Michael

  23. Hallo Achim,

    zunächst einmal: ein toller Artikel und eine spannende Diskussion hier! Finde ich klasse!

    Gibt es Erfahrung betreffend die Kombination von Filtern? Gerade tagsüber möchte ich etwa einen Haida ND3.0 mit einem ND1.8 kombinieren um ausreichend lange Belichtungszeiten zu ermöglichen. Trotz Abdeckung des Suchers habe ich bei dieser Kombo einen deutlichen magenta-Farbstich im Bild.

    Dieser ist bei Kombination von Haida ND3.0 + ND0.9 nicht ausgeprägt.
    Vor den Aufnahmen habe ich den einen manuellen Weißabgleich festgelegt, so dass von gleichen Bedingungen ausgegangen werden kann.

    Grundsätzlich decken die Haida-Filter am Lee-Halter zusammen mit dem Schaumstoff-Rand ja ganz gut das Licht ab, so dass ich geneigt bin eindringendes Streulicht als Fehlerquelle auszuschließen obwohl das ja typisch wäre.

    Ich bastel’ gerade an einer Zusatz-Abdeckung für den Halter und werde dann noch mal testen, dennoch meine Frage: Gibt es ähnliche Erfahrungen bei (Haida-) Filter-Kombos?
    Hat Lee mit Kombos ggf. weniger Probleme?

    Vielen Dank schon mal für eine Einschätzung!

    Viele Grüße

    Werner

    • Hallo Werner,

      sorry für die späte Antwort. Mir war Dein Post irgendwie durchgegangen….

      Starke ND Filter verzeihen kein Streulicht. Und wenn Du einen ND 1.8 vor einen ND 3.0 packst, dann liegt der ND 1.8 frei im Halter und es kann seitlich Licht einfallen. Das ist der Grund für den Farbstich und der Okkularverschluss hilft Dir beim Lichteinfall zwischen die Filter nicht weiter.

      Der ND 0.9 verzeiht das besser als der ND 1.8. Ich kann Deine Erfahrungen absolut bestätigen.

      Das einzige was Du machen kannst: den gesamten Halter bis über die Filter einkapseln. z.B. mit einem blickdichten Schlauchschal oder etwas ähnlichem, das man über den Halter und die Filter zieht, nachdem das Setup gemacht wurde.

      Mit Lee Filtern und mit jedem anderen Hersteller wirst Du bei den starken ND Filtern die gleichen Probleme bekommen.

      Es gibt von Haida noch einen ND 3,6 der sehr farbneutral ist.
      http://goo.gl/A7PR8t

      Ansonsten musst Du Dich mal nach anderen ND Filtern in höherer Stärke umschauen.
      Es gibt die mittlerweile bis 16 Blenden aber ich habe diese Filter nie getestet und kann Dir auch nicht sagen, wie farbneutral die noch sind.

      Viele Grüße
      Achim

      • Hi Achim,

        Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich bin auf jeden Fall beruhigt, dass ich nicht alleine diese Schwierigkeiten habe.

        Inzwischen hat meine bessere Hälfte mir einen „Muff“ aus blickdichtem Material geschneidert, der über Objektiv und die Filter geschoben werden kann. Das kommt dem von Dir angesprochenen Schlauchschal sehr nahe und, ja, damit geht es deutlich besser.
        Auf keinen Fall darf man aber vergessen den Sucher abzudecken, die Konsequenzen ereilen einen sonst unerbittlich 🙂

        Den ND3,6 werde ich mir auf jeden Fall anschauen.

        Ganz herzlichen Dank für Deine Antwort und

        Viele Grüße

        Werner

        • Hallo Werner,

          klar – Okular verschließen ist absolute Pflicht. Daran führt kein Weg vorbei.
          Das mit dem „Muff“ ist der richtige Weg. Du musst nur irgendwie ausschließen, dass am ersten Filter Licht vorbei geht und hinter den ND Filter kommt.

          Viele Grüße
          Achim

  24. Hi Achim
    danke für deine tollen Blogposts.
    Wir haben uns hier mit einem 3D-Drucker einen Halter für den Haida ND3 (150x150mm) für das Nikon 14-24 gedruckt und heute getestet.
    Wir waren sehr überrascht über die Vignettierung, die doch recht heftig ist und im Maximum bei mehr als einer Blendendstufe liegt.
    Komischerweise liest man selten darüber, die meisten tun so als wäre das Problem nicht vorhanden.
    Erst dachten wir, es liegt am Filterhalter, aber ein Test ohne eingelegten Filter zeigte daß wir das ausschließen können.
    Ein Verdacht ist nun daß es daran liegt, daß je nach Bildbereich das Licht eine unterschiedlich lange Strecke durch den Filter zurücklegt, nämlich in der Bildmitte 2 mm (=Stärke des Filterglases), an den Rändern bis ca. 3mm da nicht senkrecht zum Glas sondern schräg verlaufend. Wäre das eine Erklärung?

    • Hallo Markus,

      Was Du beschrieben hast ist nicht nur ein Verdacht sondern der exakte Grund für die Vignettierung. Genau deswegen ist sie ja auch bei kurzen Brennweiten deutlich ausgeprägter als bei langen.

      Aufgrund dieser Vignettierung empfehle ich auch, dass man seinen ND Filter bei z.B. 200mm Brennweite kalibriert, wenn man den exakten Verlängerungsfaktor durch Vergleichsaufnahmen bestimmen möchte. Bei 200mm hat man das Problem der zusätzlichen Vignettierung praktisch nicht und kann die Histogramme der Aufnahmen direkt miteinander vergleichen ohne vorher die Bildränder aufhellen zu müssen.
      Ansonsten könnte es später passieren, dass man in der Bildmitte überbelichtet obwohl das Histogramm grundsätzlich eine identische Belichtung zum Referenzbild ohne Filter vermuten lässt.

      Du wirst Dich fragen ob es Abhilfe gibt. Ja, gibt es. Und zwar wenn man ND Filter mit Oberflächencoating verwendet. Diese bestehen aus einer farblosen Glasscheibe und haben beidseitig eine abdunkelnde Beschichtung. Da dieses Coating nur wenige Mikrometer dick ist geht der Effekt des längeren Lichtwegs durch die abdunkelnde Filterschicht praktisch gegen null.
      Ein solcher Filter wäre z.B. dieser hier: http://goo.gl/URu0Mh
      Ich habe den vor 4 Wochen mal bestellt und getestet. Die Farben sind einwandfrei.
      Hatte nur noch keine Zeit einen Artikel darüber zu schreiben…

      Viele Grüße
      Achim

      • hi Achim
        danke für die info , wäre toll wenn du mal einen Vergleich zwischen dem von dir genannten und dem Haida Filter schreiben kannst.

        viele Grüße!
        markus

  25. Hallo Achim,
    ich benutze, nach Deiner Empfehlung Haida Graufilter und habe mir jetzt noch einen Grauverlaufsfilter von Lee zugelegt.
    Bei einem Versuch beide gemeinsam zu nutzen, hab ich festgestellt, dass das Bild eine starke rötliche Verfärbung hat.
    Ist es vielleicht nicht möglich beide Filter gemeinsam zu nutzen?
    Viele Grüße
    Carin

    • Hallo Carin,

      ich habe noch nie Farbverschiebungen aus der Kombination der Haida ND Filter mit Lee Verlaufsfiltern festgestellt (ich fotografiere immer mit dieser Kombination) und auch im Bekanntenkreis noch nie davon gehört.

      Rötliche Verfärbung hört sich immer nach Lichteinfall an.
      Hattest Du den Sucher wirklich lichtdicht verschlossen?

      Viele Grüße
      Achim

  26. Hallo Achim,
    ich brauche mal kurz Deinen Rat, nachdem ich mit meinen Ray Masters Filtern teilweise auf die Nase gefallen bin. Die Verlaufsfilter Soft sind wirklich o.k. Die anderen (Reverse, Hard und Graufilter) weisen allerdings einen starken Rot- oder Magentastich auf, so dass ich diese ersetzen muss. Der Ersatz (Hard und Reverse) soll entweder durch Haida oder Lee erfolgen.

    Du hast in diesem Blog einmal sinngemäß geschrieben, dass der Grad 1,2 von Haida nicht tatsächlich den Angaben entspricht und eher mit einem 0,9 zu vergleichen ist. Ist das in etwa zutreffend? Falls ja, ist es dann nicht besser, den Lee Grad 1,2 zu kaufen? Problem ist hier, dass dieser kaum zu bekommen und wirklich sehr teuer ist.

    Zum Reverse hast Du geschrieben, dass dieser im Allgemeinen einen Magentastich aufweise. Trifft das auch auf den Haida Reverse zu? Falls ja, sehe ich eigentlich nur noch die Möglichkeit 2 Verlaufsfilter von Lee oder Haida gegeneinander zu verschieben ( einer normal eingesetzt, der andere kommt umgekehrt in die Fassung; es gibt hierzu einen entsprechenden Blog von onlandscape). Hierzu würde ich dann in jedem Fall einen 1,2 und 0,3 Hard Grad Filter kaufen. Oben komme ich dann auf eine Abdunklung von 0,9 und am Horizont auf einen Wert von 1,2.

    Neben dem Nachteil der Glasfassung, der möglichen Spiegelung vor allem bei Gegenlicht und der nicht ausreichenden Abdunkelung durch Haida, sehe ich hier eigentlich nur Nachteile, so dass ich zu den Lee-Filtern tendiere, es sei denn der Reverse von Haida ist wirklich gut (Lee stellt leider keine Reverse Filter her).

    Viele Grüße. Thomas

    • Hallo Thomas,

      Mein Exemplar des Haida 1.2 war definitiv unterhalb von 4 Blenden. Irgendwo zwischen 3 und 3,5 meine ich…
      Der Lee 1.2 ist definitiv dunkler und entspricht ziemlich genau 4 Blenden.
      Bei Haida sind die Reverse Filter ebenso farbneutral wie die weichen oder harten Verlaufsfilter.

      Tja, die Entscheidung ist immer schwierig. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es bei den Filter leider nicht….

      Viele Grüße
      Achim

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